Schrift-Impressionen
Schrift-Impressionen

"Das Handgeschriebene - eine gefährdete Kostbarkeit "     

(Prof. Gottfried Pott)
                                                                         
Die HANDSCHRIFT:

Eine schöne Handschrift und Kalligraphie sind NICHT das Gleiche und nicht jeder Kalligraph hat automatisch eine schöne Handschrift.
Doch beides sollte gepflegt werden - also auch die eigene Handschrift und auch, wenn Sie Ihrer Meinung nach schlecht ist.


Schreiben an sich ist schon etwas sehr persönliches, vielleicht sogar therapeutisches und ich möchte Sie ermuntern, auch wieder mehr zu schreiben: Handschriftlich mit Bleistift, Füller -

sogar mit Kugelschreiber, damit die Feinmotorik erhalten bleibt und unser Hirn sensomotorische Nahrung erhält. Vieles können wir besser verarbeiten, wenn wir  es einfach mal aufschreiben.

Die FAZ vom 18.1.15 schreibt dazu: "Das sorgfältige Schreiben von Hand wird zum Abbild des sorgfältigen Denkens im Kopf. Es fördert Konzentration, Haltung in Körper und Kopf. Es zwingt zum Denken und Sitzen in einem Guss, an einem Stück und nicht umsonst dient die Kalligraphie den Zen-Mönchen als ein Mittel, den Geist zu beruhigen.
...Durch das Fokussieren auf das eigene Schreiben wird auch das Geschriebene konzentrierter. Anstatt loszusprudeln, erzählen  Kinder geordneter. Ihre Sätze werden klarer. Gerade weil es sie so anstrengt, zu schreiben, zwingt die Schrift sie zum genauen Denken. Von Hand schreiben lernen, ist auch denken lernen. "


Schrift ist immer ein Zusammenspiel vom Sinnesystem (Auge) über die Nervenaktivität mit dem motorischen System (Hand).
Alles Lernen ist Bewegung und durch Bewegung des Körpers lernt der Säugling Denken.

Die "gefühlte" Bewegung wird somit im Gehirn eingraviert.
Schreiben heißt nun, die Bewegung, die zum jeweiligen Buchstaben gehört, wird als sensomotorische Erinnerung im Gehirn abgelegt. Wir sehen also nicht nur die Buchstaben, wir FÜHLEN  auch die dazugehörige Schreibbewegung.

Deshalb ist das Schreiben mit der Hand so wichtig für das Denken.

Schreiben Kinder nun vorwiegend am PC, empfängt das Gehirn kaum sensomotorische Reize und gewisse Gehirnareale werden nicht aktiviert.
Stereotypen wie beim Tippen sind immer die gleiche Bewegung - egal ob es ein A ist oder eine Ziffer.


Wer Schreiben gelernt hat, kann auch einen Computer bedienen lernen. Wer nur tippen kann,  hat keine flüssige Handschrift. Die Reihenfolge sollte daher von der Hand zur Maschine sein, denn umgekehrt funktioniert es nicht mehr.

Schreiben entschleunigt den Lernprozeß! Das Gelesene und Gedachte erfährt eine Vertiefung, Selbstbesinnung und Standortbestimmung.

Die Handschrift enthält eine Stück Seele, weckt Emotionen, ist ganz persönlich.

Und noch etwas -
Erinnern Sie sich noch an die Handschrift Ihrer Großmutter?
Es ist immer ein Erinnern an "den Menschen" und in der Handschrift flüstern sie uns leise ihr
" immernochda ".

"Wie wunderbar ist es, solche Briefe, solche Erinnerungen zu haben, auf die du zurückgreifen kannst." (Zitat: Margot Käßmann)

 

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